3. Dezember 2014

Sicherheit auf Platz eins an der Grundschule Augsburg-Bärenkeller

München/Augsburg. Mit einem Ganzjahresprogramm für mehr Sicherheit auf dem Schulweg gewinnt die Grund- und Mittelschule Augsburg-Bärenkeller den Preis für innovative Verkehrserziehung 2014. Mit der Auszeichnung ehren die TÜV SÜD Stiftung und die Landesverkehrswacht Bayern zum dritten Mal innovative Konzepte für den sicheren Schulweg.

„Die Augsburger Jungen und Mädchen mit den verschiedensten Projekten ein Jahr lang nachhaltig für die Gefahren im Straßenverkehr zu sensibilisieren, das hat uns überzeugt“, sagt Horst Schneider, Mitglied des Vorstands der TÜV SÜD AG und Vizepräsident der Deutschen Verkehrswacht, bei der Preisverleihung. Das Augsburger Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, mit welchen Ideen Schulen selbst dafür sorgen, dass der Schulweg sicherer wird. Ein Engagement, das Wirkung zeigt: Denn seit Jahren verunglücken immer weniger Kinder im Straßenverkehr. Laut Statistischem Bundesamt sind 2013 insgesamt 58 Kinder zwischen 6 und 14 Jahren bundesweit tödlich verunglückt – 28 weniger als im Jahr davor. Der Blick 35 Jahre zurück unterstreicht die insgesamt positive Entwicklung: 1978 wurden noch mehr als 1.400 Kinder getötet. Dass die Jüngsten besonders auf dem Weg von und zur Schule gefährdet sind, zeigt der Anstieg der Unfälle während der typischen Schulwegzeiten. „Die umfangreiche und immer besser werdende Verkehrserziehung leistet somit seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr insgesamt“, betont Schneider.

Kontinuierlich für die Gefahren sensibilisieren

Viele Jungen und Mädchen fühlen sich auf dem Schulweg unsicher. Das war unter anderem das Ergebnis einer Umfrage unter Erst- bis Sechstklässlern an der Grund- und Mittelschule Augsburg-Bärenkeller im Sommer. Grund genug für Isabelle Lux, Verkehrs- und Sicherheitsbeauftragte an der Gewinnerschule, schnell gegenzusteuern. Gemeinsam mit ihren Kollegen entwickelte sie ein Ganzjahresprogramm, bei dem sich die Schüler in den verschiedensten Projekten kontinuierlich mit dem Thema Schulweg auseinandersetzen. „Wenn wir die Kinder immer wieder mit den Gefahren konfrontieren und richtiges Verhalten üben – können wir sie am besten sensibilisieren“, sagt Isabelle Lux. Entstanden ist ein Baukasten an Projekten, in denen allen möglichen Gefahrensituationen auf dem Weg zur und von der Schule Rechnung getragen wird. Blick ins Programm: Los ging es mit der Projektwoche „Zu Fuß zur Schule“, einer internationalen Initiative des Deutschen Verkehrsclubs und des Deutschen Kinderhilfswerks – inklusive Schulwegsicherheitstraining mit der Polizei und einer Ausstellung mit Schulwegen aus der ganzen Welt. Weil sich Eltern selbst vor dem Schulgebäude selten an die Verkehrsregeln halten, gab es wochenlang morgens und mittags rote Karten – von den eigenen Kindern. Bei Schulweggemeinschaften sorgen die Größeren für mehr Sicherheit bei den Schulanfängern. Im Unterricht werden die Kinder fürs richtige Anschnallen sensibilisiert, beim Schulbustraining stehen vor allem Ein- und Aussteigen sowie die Gefahren des toten Winkels im Fokus. Einen weiteren Schwerpunkt legen die Augsburger zudem auf die Sicherheit beim Radfahren. „Die verschiedenen Projekte kamen bei den Schülern super an – die Grundvoraussetzung dafür, dass sie sich in Zukunft die Hinweise beachten“, so Lux.

Der zweite Platz beim Preis für innovative Verkehrserziehung geht ans Johann-Michael-Sailer-Gymnasium in Dillingen an der Donau. Dort sorgt ein Schulwegplaner für mehr Sicherheit. Die Bronzemedaille erhält 2014 die Johann-Michael-Sailer Grundschule in Barbing bei Regensburg für das Vorbereiten der Erstklässler auf den Schulweg mittels Probebusfahrten.

Der Förderpreis „Innovative Verkehrserziehung in der Schule“ ist von der TÜV SÜD Stiftung mit insgesamt 5.000 Euro dotiert und wird bereits zum dritten Mal vergeben. Ziel ist es, herausragende Verkehrserziehungsprojekte in der Schule zu unterstützen und bekannt zu machen. Damit lassen sich erfolgreich bisher nur regional umgesetzte Ideen auf eine breitere Basis stellen – für die Sicherheit aller Schüler in Bayern.

Weitere Informationen unter www.verkehrswacht-bayern.de