29. Oktober 2014

TÜV SÜD Stiftung unterstützt Innovative Lernmethoden

Vernetztes Lernen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

München/Mannheim. Für mehr Motivation und Durchhaltevermögen im Elektrotechnikstudium sorgen an der Hochschule Mannheim seit zwei Jahren Tablet-Computer mit ausgeklügelte Lern- und Testmethoden. Die so genannten Moodle-Programme erleichtern den Zugang zum komplizierten Stoff und geben Dozenten bessere Einblicke in die Lernentwicklung jedes einzelnen Studenten. Unterstützt wird das Programm von der TÜV SÜD Stiftung, die zusätzlich zur Finanzierung der Computer jetzt für fünf neue studentische Hilfskräfte sorgt. Sie helfen ab sofort bei der Programmierung der aufwendigen Lern-Software.

Rechnen, rechnen, rechnen - wenn sich Studierende in den ersten Semestern durch die Grundlagen der Elektrotechnik, Messtechnik und Elektronik büffeln, geht nicht wenigen die Puste aus. Die Abbrecherquote in den Ingenieurswissenschaften ist mit bis zu 60 Prozent immer noch besonders hoch. Das Moodle-Projekt, initiiert von Professor Hermann Merz, Hochschule Mannheim, wirkt konkret dagegen. Moodle ist eine offene Online-Lernplattform, die kooperative Lehr- und Lernmethoden unterstützt. „Mit dem Projekt werden die Studierenden gleich zu Beginn des Studiums an die Hand genommen und durch den schwierigen Stoff geführt – eine tolle Sache, die wir gerne unterstützen“, betont Dr. Ernst Schön, Vorsitzender der TÜV SÜD Stiftung.

Dazu werden die angehenden Ingenieure in den ersten Semestern mit speziellen Tablet-Computern ausgestattet, mit denen sie zu jederzeit und an jedem Ort gemeinsam mit Kommilitonen lernen, knifflige Fragen stellen und jederzeit mit dem Dozenten in Kontakt treten können. Clou der Tablets: Sie können auch mit einem Stift bedient werden – Schreiben oder Notieren mit der Hand sorgt zusätzlich dafür, dass sperrige Lerninhalte besser sitzen. Neben der ganz praktischen Lernförderung bietet das System für Professor Merz noch einen weiteren wichtigen Vorteil: „Wir lassen die Studenten nicht mehr so allein, ein wichtiger Aspekt für uns Lehrende.“ Denn mit Moodle können die Dozenten immer kontrollieren, wie ein Studierender lernt, wo Stärken und Schwächen sind. „Ich merke auch, wenn sie vom Lernstoff abgehängt werden, dann kann ich beratend unterstützen“, so Professor Merz weiter.

Weitere Unterstützung für seine Arbeit gegen die Abbrecherquote an der Hochschule Mannheim bekommt Professor Merz jetzt von fünf neuen studentischen Hilfskräften, die mit Wintersemesterbeginn 2014/15 ihre Arbeit aufnehmen und deren Stellen die TÜV SÜD Stiftung für ein Jahr mit insgesamt 10.000 Euro finanziert. Sie werden besonders bei der teils komplizierten Programmierung der Aufgaben unter die Arme greifen. Dabei geht es zunächst nur um Übungsaufgaben – in einem nächsten Schritt sollen so auch Prüfungen durchgeführt werden können.

Der Erfolg des Projekts spricht sich inzwischen rum. Fünf weitere Kollegen aus anderen Fachbereichen an der Hochschule Mannheim konnte Professor Merz bereits von Moodle überzeugen. Die Formel für den Erfolg ist für den Ingenieur ganz einfach: „Wer lernt, schreibt gute Noten, und das ist auch gut für den Dozenten“, so Professor Merz.